Viele erfahrene Reisende befolgen ein ungewöhnliches Ritual: Sie platzieren einen kleinen Spiegel auf dem Boden vor der Eingangstür des Zimmers. Diese Technik, die oft von erfahrenen Reisenden als Tipp für Anfänger weitergegeben wird, hat eine praktische Begründung. Auf den ersten Blick mag diese Geste seltsam erscheinen, aber sie fällt in den Bereich der passiven Sicherheitsmaßnahmen.
Die Hauptfunktion des Spiegels besteht darin, als Indikator für unbefugten Zugang zu dienen. Sollte jemand die Tür von außen öffnen, würde sich der Spiegel von seiner ursprünglichen Position bewegen oder umfallen. Bei der Rückkehr ins Zimmer würde der Reisende sofort die Veränderung bemerken und verstehen, dass während seiner Abwesenheit jemand im Raum war. Dies ist besonders relevant in Hotels mit Hauptschlüsselsystemen, bei denen mehrere Mitarbeiter Zugang zu den Zimmern haben.
Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist ihre Unauffälligkeit gegenüber potenziellen Eindringlingen. Im Gegensatz zu auffälligeren Sicherheitsmaßnahmen wie speziellen Schlössern oder Ketten zieht der Spiegel selten Aufmerksamkeit auf sich. Eine Person, die den Raum betritt, wird ein kleines Objekt auf dem Boden kaum bemerken, besonders wenn es nahe am Türrahmen platziert ist.
Einige Reisende modifizieren diese Methode, indem sie andere kleine Gegenstände unter die Tür legen: Münzen, Papierstreifen oder Visitenkarten. Allerdings gilt der Spiegel als effektiver, weil er bei der Reinigung nur schwer versehentlich verschoben werden kann und seine glänzende Oberfläche auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut sichtbar ist.
Obwohl diese Methode moderne Sicherheitssysteme nicht ersetzen kann, bleibt sie bei Touristen aufgrund ihrer Einfachheit und Zuverlässigkeit beliebt. Sie ist ein deutliches Beispiel dafür, wie einfache Alltagsgegenstände genutzt werden können, um die persönliche Sicherheit auf Reisen zu gewährleisten.
